Ziernähte und Knopflöcher mit 30er Jeansgarn
Die richtige Kombination aus Ober- und Unterfaden:
Verwende das dicke 30er Garn ausschließlich als Oberfaden. Spule als Unterfaden ein handelsübliches, dünneres Standardgarn (Stärke 100 bis 120) auf. Zwei 30er Fäden übereinander blockieren die Mechanik fast aller Haushaltsnähmaschinen und führen zu extrem wulstigen, unsauberen Nähten auf der Unterseite.
Nadelwahl und Nadelöhr:
Nutze zwingend eine Jeansnadel oder Topstitch-Nadel (Nachsticknadel) in der Stärke 90 bis 110. Topstitch-Nadeln haben ein signifikant vergrößertes Öhr. Das ist bei Stapelgarn essenziell, da die leicht angeraute, baumwollähnliche Oberfläche des Garns in einem zu kleinen Nadelöhr reibt, sich aufstaut und schließlich reißt.
Stichlänge anpassen:
Erhöhe die Stichlänge für Ziernähte und Abstepparbeiten deutlich auf 3,5 mm bis 4,5 mm. Ein zu kurzer Stich lässt den dicken Faden gequetscht aussehen, perforiert das Gewebe unnötig stark und beeinträchtigt die optische Wirkung der Ziernaht.
Fadenspannung regulieren:
Reduziere die Oberfadenspannung leicht. Der dicke Faden erzeugt beim Durchgleiten der Spannungsscheiben von Natur aus mehr Widerstand. Mache vor dem eigentlichen Projekt zwingend eine Probenaht auf einem Reststück (doppelt gelegt). Der Knotenpunkt von Ober- und Unterfaden muss im Gewebe verschwinden und darf nicht auf der Oberseite sichtbar sein.
Besonderheiten bei Knopflöchern:
Ein 30er Garn ergibt sehr markante, erhabene Knopflöcher, wie sie für schwere Denim-Kleidung typisch sind. Vergrößere hierbei die Stichbreite minimal und reduziere die Stichdichte (Abstand zwischen den Stichen) im Vergleich zu dünnem Garn. Liegen die Stiche zu eng aneinander, staut sich der Stoff und der Transporteur der Nähmaschine blockiert.